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Klassische Kammermusik am 08.11.2008

Klassische Kammermusik am 08.11.2008
Meisterschüler der Münchner Musikhochschule (v.l. Amy Park, Hendrik Blumenroth, Wen Xiao Zheng) bescherten den Feldkirchnern perfekten Klassikgenuss.

Vier Meisterschüler boten in Feldkirchen Klassikgenuss mit viel Niveau

 

Einen  „bezaubernden Abend mit höchstdotierten Musikern“, wünschte Feldkirchens Erster Bürgermeister Werner van der Weck dem Publikum und dieser Wunsch wurde von den Meisterschülern der Münchner Hochschule für Musik und Theater aufs Schönste erfüllt. Unter der Leitung von Prof. Friedemann Berger boten die bereits mehrfach ausgezeichneten Künstler, zu denen auch der diesjährige Preisträger des ARD-Wettbewerbes Wen Xiao Zheng zählte, ein anspruchsvolles Kammerkonzert mit Werken von Beethoven, Reger, Vieuxtemps und Brahms. Violinistin Amy Park, Wen Xiao Zheng (Viola), Hendrik Blumenroth (Violoncello) und Pianistin Ani Takidse beeindruckten mit enormem Können, viel Einfühlungsvermögen und einem harmonischen Zusammenspiel.

 

Ein dramatisches Frühwerk von Ludwig van Beethoven (1770-1827) eröffnete das Konzert. Sein 1798 entstandenes Streichtrio op. 9/3 in c-moll wartete in vier Sätzen sowohl mit lieblichen Passagen als auch mit bedächtiger Melancholie und lebhaftem Spiel mit kleinen fröhlich-jauchzenden Musiktupfern auf. Diese Musik zog in den Bann und ließ eintauchen in eine teils dramatisch anschwellende Musik, die nicht nur für Violine und Viola viel Raum bot, sondern auch das Violoncello in den ergreifenden Tiefen besonders zur Geltung kommen ließ.

 

Gleich zwei Stücke hatte sich Wen Xiao Zheng für seinen Solo-Auftritt reserviert. Mit der Solo-Suite op. 131d in e-moll, die Max Reger (1873-1916) kurz vor seinem Tod geschrieben hatte, brachte Wen Xiao Zheng ein recht anspruchsvolles Werk in vier Sätzen zur Aufführung. Mal gefühlvoll und intensiv, dann wieder eine tänzelnd anmutende Traurigkeit, die in eine Schwermut gepaart mit süßem Schmerz überging und am Ende eine temporeichere aufbegehrende Lebendigkeit prägten dieses Werk. Mit Bravour und großem Einfühlungsvermögen spielte Wen Xiao Zheng nicht nur diesen Klassikgenuss, sondern auch ein Capriccio op. posthum in c-moll des belgischen Komponisten Henry Vieuxtemps (1820-1881). Hingebungsvoll und zart begann dieses Capriccio, das in eine zum Dahinschmelzen schöne Ergriffenheit mündete und mit einem hübschen gezupften Saiten-Akzent endete.

 

Nach so viel Moll-Tönen war es dann Zeit  für ein wenig Dur. Das Quartett op. 26 in A-Dur von Johannes Brahms (1833-1897) ließ dabei nicht nur die Streicher Amy Park, Wen Xiao Zheng und Hendrik Blumenroth brillieren. Man durfte sich auch über das perfekte Tastenspiel der Pianistin Ani Takidse freuen, die sowohl die leisen Töne und das perlende Spiel als auch die nachdrücklichen Akzente beherrschte. Das Werk, das Brahms im Alter von 23 Jahren geschrieben hatte, sorgte bei diesem Konzert für die eher heiteren Klänge und ähnelte fast schon einer Symphonie.

 

Den Feldkirchnern wurde von den vier Meisterschülern ein Kammerkonzert mit hoher Qualität und anspruchsvollem Niveau geboten. Die Künstler verwöhnten die Klassikliebhaber mit exzellentem Spiel, fesselnder Gefühlsintensität und einem reizvollen Repertoire. Ein rundum perfekter Klassikgenuss.


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