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Christlicher Männerverein Sankt Josef von 1901 Feldkirchen

GEDANKE UND ENTSTEHUNG

In vielen ländlichen Gemeinden, speziell in Oberbayern, entstanden Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts katholische Männervereine mit dem Ziel, neben der Erhaltung des christlichen Brauchtums und der Repräsentation bei besonderen kirchlichen Veranstaltungen auch das gesellschaftliche Leben zu pflegen.

 

Zusammen mit dem Kirchheimer Pfarrer Heinrich Englmann und dem Buchendorfer Pfarrer Theodor Becher berieten sich am 8. Januar 1901 einige Feldkirchner Männer im Nebenzimmer des "Steininger-Wirts", der heutigen Gaststätte Hartmann, auf welche Weise ein regelmäßiger Sonntagsgottesdienst in der schon lange bestehenden Michaelskirche, die damals lediglich eine Filialkirche der Kirchheimer Pfarrei war, eingerichtet werden könnte. Zugleich sollte Feldkirchen, ein Ort mit zirka 650 Einwohnern, einen eigenen Pfarrer erhalten, zumal die evangelische Kirche bereits seit ihrer Einweihung im November 1837 einen eigenen Pfarrer hatte.

 

Im Anschluss an diese Sitzung wurde der "Katholische Männerverein Feldkirchen" gegründet, um baldmöglich die vorgegebenen Ziele gemeinsam zu erreichen. Das Gründungsprotokoll enthält die Namen Simon Glasl, Leonhard Stockinger, Josef Marschall, Ferdinand Kellner, Simon Straßer, Joseph Hörmüller, Peter Stettner, Josef und Quirin Steininger, Georg Taubenhuber, Johann Huber und Ulrich Filgris - alle angesehene Feldkirchner Bürger.

 

Bereits am 20. Mai 1901 beschloss man die Vereinsstatuten mit den wesentlichen Zielen: Hebung des Glaubens- bewusstseins, regelmäßige Teilnahme am Gottesdienst und sonstigen kirchlichen Festlichkeiten, Gründung einer Sterbekasse und anderer das finanzielle Wohl seiner Mitglieder fördernde Einrichtungen, gesellige Unterhaltung, Vereinsversammlungen mit Vorträgen religiösen und allgemeinbildenden Inhalts. Im Jahre 1903 zählte der Verein bereits 45 Mitglieder.

 

Durch großzügige Spenden seiner Mitglieder konnte sich der Verein als Traditionszeichen eine prächtige und für damalige Verhältnisse sehr teuere Fahne anschaffen, die am 18. Juni 1905 anlässlich einer großen Festveranstaltung mit mehreren "verehrlichen Brudervereinen" feierlich geweiht wurde. Die Fahne zeigt den heiligen Josef, der bereits nach den Vereinsstatuten zum Namenspatron des Katholischen Männervereins erkoren wurde.

    

An diesem Tag wurde auch Herr Expositus Johann Baptist Jell als Feldkirchner Pfarrer eingeführt.

 

Laut Protokollbuch fand bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges, sowie von 1921 bis zu der durch die politischen Verhältnisse bedingten Auflösung im Jahre 1938 ein reges Vereinsleben statt.

 

DER NEUBEGINN

Der Verein war fast 50 Jahre lang vollkommen in Vergessenheit geraten. Keiner der zahlreichen Vereinsmitglieder dachte daran, den Verein nach Ende des Zweiten Weltkrieges weiterzuführen.

 

Erst 1986 entdeckten die Mitglieder des Kirchenvorstandes, die Herren Hermann Gratzl, Karl Rupp, Peter Schäffler und Balthasar Zacherl - als sie zufällig wegen Renovierungsarbeiten in der Kirche waren -, die von der damaligen Mesnerin Frau Lidwina Feilhuber, gerade zum Lüften aufgehängte, prächtige, aber arg zerschlissene Fahne des "Katholischen Männervereins". Spontan beschlossen diese vier Männer den traditionsreichen Verein wieder aufleben zu lassen und veranlassten umgehend die aufwendige Restaurierung der Fahne.

 

Am Josefitag, dem 19. März 1987 - dem Namenstag unseres Schutzpatrones - wurde die prächtige Traditionsfahne vom damaligen Pfarrer Don Oratio Bonassi feierlich geweiht. Anlässlich der anschließenden Zusammenkunft im Pfarrheim haben die 30 anwesenden Männer sofort beschlossen, den Katholischen Männerverein wieder aufleben zu lassen. Die Gründungsversammlung fand am 22. Mai 1987 statt; zum 1. Vorsitzenden wurde Dipl.-Ing. Max Brand gewählt, der dieses Amt bis heute mit großer Freude ausübt.

 

Um auch den evangelischen Männern den Beitritt in diesen Verein zu ermöglichen, wurde dieser 1987 in den "Christlichen Männerverein Sankt Josef von 1901 Feldkirchen" umbenannt. Damit wurde der Gedanke der Ökumene in den Verein eingebracht.

 

DAS VEREINSLEBEN

Am 12. Mai 1989 wurden die Vereinsstatuten beschlossen, die der alten Tradition entsprechend folgende wesentliche Ziele beinhalten: Förderung der Kameradschaft, Pflege christlichen Brauchtums, Veranstaltung geselliger, christlicher und kultureller Art, Krankenbesuche, würdiges Begräbnis für die verstorbenen Kameraden.

 

Mit der Wiedergründung des Vereins haben wir auch einen festen Jahresterminplan eingeführt: Josefifeier im März, Jahreshauptversammlung im April/Mai, eintägiger Vereinsausflug im September und einen Kameradschaftsabend im November, dadurch soll u.a. die Kameradschaft und Geselligkeit entsprechend gefördert werden.

 

Von 1988 bis 2000 fand alljährlich das Sommerfest für unsere Vereinsmitglieder und die Feldkirchener Bevölkerung statt, das mit bis zu 450 Gästen sehr gut besucht war. Aus Gründen des Feuerschutzes und des Lebensmittelrechtes muss nun bedauerlicherweise diese beliebte Veranstaltung entfallen.

 

Der Christliche Männerverein nimmt auch an allen kirchlichen Festen, sowie auf Einladung anderer Vereine bei größeren Veranstaltungen mit seiner Fahnenabordnung teil.

 

Seit der Maibaumaufstellung 1990 ziert unsere schöne Vereinstafel mit dem heiligen Josef das Feldkirchner Traditionsstangerl auf dem Hindenburgplatz.

 

Ende der 80er Jahre wurden Jacken, Hüte und Schärpen mit dem Gemeindewappen für die Fahnenabordnung, sowie eine neue Fahnenstange mit Tragegurt beschafft. Außerdem wurden fünf zum Teil aus der Gründungszeit stammende Fahnenbänder restauriert.

 

Unser Vereinsabzeichen als Anstecknadel haben wir im April 1995 eingeführt.

 

Im November 1998 trug die Vorstandschaft erstmalig die "neue Vereinskleidung", bestehend aus einem bordeauxroten Blazer mit gesticktem Vereinsemblem, sowie gleichfarbiger Krawatte, weißem Hemd und schwarzer Hose.

 

Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums des Feldkirchner Gartenbauvereins wurde am 29. September 1990 der schöne Bildstock an der Oberndorfer Straße geweiht. In einer der Nischen haben wir eine zirka 30 cm große Holzfigur des heiligen Josef aufgestellt.

 

Jubiläen

Am 14. September 1991 feierte der Christliche Männerverein als einer der jüngsten Vereine in Feldkirchen, aber mit entsprechender Tradition, sein 90-jähriges Gründungsjubiläum u. a. mit der Totenehrung am Kriegerdenkmal, dem Festgottesdienst und der Abendveranstaltung im Pfarrheim. Die Fahnenabordnungen der Vereine, die Feldkirchner Blaskapelle und die Böllerschützen umrahmten insbesondere beim Festzug diese Feier.

 

Das 100-jährige Gründungsjubiläum wurde am 12. und 13. Mai 2001 ausgerichtet.  Am Samstag fand nach dem Besuch der Vorabendmesse der Festabend im Hotel  Bauer mit zirka 150 geladenen Gästen statt. Nach dem Festgottesdienst am  Sonntag mit der Weihe der Gedenkkerze für die verstorbenen Kameraden durch  Herrn Pfarrer Dr. Czeslaw Sajdak erfolgte der festliche Umzug mit den  Fahnenabordnungen der Feldkirchner Vereine, der Blaskapelle, den  Vereinskameraden, sowie zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern zur  Pfarrer-Axenböck-Straße. Das zirka 200 kg schwere, prächtige Feldkreuz aus  Lärchenholz trugen sechs Kameraden von der Kirche zum künftigen Standort an der  Einmündung des Wiesenweges. Die Aufstellung und die Segnung dieses  wunderschönen Feldkreuzes durch Herrn Pfarrer Dr. C. Sajdak stellte zweifelsohne  den Höhepunkt unserer Jubiläumsveranstaltung dar. Mit diesem Feldkreuz, das vom  Kameraden Paul Oswald angeregt und gestiftet wurde, beabsichtigt der Christliche  Männerverein ein sichtbares Zeichen seiner christlichen Tradition zu setzen. Nach dem Rückmarsch zum Pfarrheim fand auf Einladung von Pfarrer Dr. Sajdak der Ausklang der Festveranstaltungen mit einem Empfang und anschließender Brotzeit statt.

 

In einem kupfernen Kassiber, der am 8. Juni 2002 in den Sockel des Feldkreuzes eingelassen wurde, sind die Festurkunde, die Presseberichte, sowie die Vereinschronik und die Statuten zur Erinnerung an diese Jubiläumsveranstaltung aufbewahrt.

 

Die Mitglieder

Der Verein zählt zur Zeit 95 Mitglieder. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 13,- Euro. Jeder Mann christlichen Glaubens aus Feldkirchen und näherer Umgebung kann Mitglied werden.

 

Das Vereinsleben

Die wichtigsten jährlichen Veranstaltungen sind: im März die Josefifeier, im April/Mai die Jahreshauptversammlung, im August/September der eintägige Vereinsausflug sowie im November der Kameradschaftsabend. Im Regelfall finden die Vereinsveranstaltungen im Alten Schulhaus, Bahnhofstraße 5 statt.

 

Interessenten

werden gebeten, sich an eines der Mitglieder der Vorstandschaft zu wenden. Der Verein würde sich sehr freuen, viele neue Mitglieder begrüßen zu können.

 

Kleidung

Die Fahnenabordnung trägt Tracht und Schärpe, die Vorstandschaft ein einheitliches weinrotes Vereinssakko. Des weiteren erhält jedes Mitglied das Vereinsabzeichen.

 

Bruderverein gesucht!

Nach unseren Recherchen stellt der "Christliche Männerverein Sankt Josef von 1901 Feldkirchen" den einzigen heute noch bestehenden Traditionsverein in den Regierungsbezirken Oberbayern und Schwaben aus der seinerzeitigen Ära der "Katholischen Männervereine" dar.

 

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