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Konzert Trio Infernale am 10.03.2007

Trio Infernale

Trio Infernale begeisterten die Feldkirchner mit Charme, Witz und Virtuosität

Virtuos und furios – diesem Prädikat machten die Damen vom Trio Infernale beim Konzert in Feldkirchen alle Ehre. Unter dem Motto „Unterwegs“ entführten Ingrid Westermeier (Gitarre), Corinna de la Ossa (Violine) und Anne Braatz (Violoncello) die Zuhörer im vollen Rathaus-Foyer auf eine wunderbare musikalische Weltreise. Ob Irland, Ungarn, Finnland, Südamerika, Österreich, Spanien – es erklang Musik mit Perfektion, Gefühl und Temperament. Und nicht selten war ein Augenzwinkern mit dabei.

Im Lieblingsland von Ingrid Westermeier machte man sich auf die Suche nach dem rothaarigen Iren, obwohl „die meisten Iren dunkelhaarig sind“ und man landete in den Pubs, in denen „von Mittwoch bis Sonntag die Stimmung stetig steigt.“ Spürbar wurde diese Stimmung in lebhaften und quirligen Klängen von der Grünen Insel. Doch es gibt dort auch die keltische Musik: Ohne Dudelsack und dafür mit Carmina Burana-Elementen von Carl Orff ließen die Streicherinnen beschauliche Momente und melancholische Romantik in eine sprühende Lebensfreude münden. Waren diese Impressionen frisch und kühl, so umfing die Zuhörer Schwüle beim berühmten Libertango von Astor Piazzolla aus Argentinien: Rhythmische Schläge auf Gitarre, Geige und Violoncello wechselten mit aufreizendem Saitenspiel, treibenden Gitarrenklängen und gefühlsintensivem Bass. Schwelgen pur war angesagt bei Antonio Lauros Walzer aus Venezuela, der „manchmal nicht zu erkennen ist“, wie Ingrid Westermeier vorwarnte. Und tatsächlich klangen die typischen Walzerklänge im Dreivierteltakt hie und da durch, aber plötzlich tauchten Sechsachtel-Takte auf und die Romantik wurde mit leichten, gezupften Hüpfern garniert.

Apropos Tango: Die Trio-Damen präsentierten da eine Rarität. Finnischen Tango, der etwas langsam und schwermütig klang, aber zum wehmütig-gemäßigten Tempo gesellte sich auch manchmal eine optimistische Melodie. Die Entstehung des finnischen Tangos wurde auch erklärt: Depressive Ungarn waren nach Finnland ausgewandert und sprachen bei Kälte und Dunkelheit gerne dem Alkohol zu. Dabei erfanden sie den finnischen Tango „für gehende Schrittkombinationen bis der Alkoholvorrat aufgebraucht war“. Doch die Ungarn können auch anders: Rasanz und lodernde Romantik paarte sich beim ungarischen Tanz. Die Musikerinnen bewiesen dabei, dass man nicht Ungarin sein muss, um mit Paprika im Blut und Joi-Mama-Effekt spielen zu können.

Jüdische Hochzeitsfeier, italienische Seufzer-Romantik im neapolitanischen Hinterhof, spanischer Tanz, klassische und traditionelle Musik – das Trio Infernale beherrscht die Spielarten der Musik perfekt und begeisterte das Publikum. Sogar Rachegelüste kamen bestens an, denn Gitarristin Ingrid Westermeier wurmte es schon in der Studienzeit, dass es keine Kompositionen von Mozart, Haydn & Co. für Gitarre gab. Stattdessen musste sie mit Mauro Giuliani Vorlieb nehmen und der „war langweilig und lag schwer im Magen.“ Zur Freude des Publikums kündigte Westermeier musikalische Rache an: Giulianis Sonate wurde kurzerhand mit dem „Dritten Mann“ und Schrammelmusik aufgepeppt. Ein Konzert mit Charme, Witz und exzellenten Musikerinnen, die mit jedem Tempo und Temperament mithalten können.

Das Trio Infernale spielte sich virtuos in die Herzen der Feldkirchner.

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