Der 1. Bürgermeister Werner van der Weck

Der Schäfflertanz hat eine lange Tradition

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
heuer finden wieder die Schäfflertänze statt, die alle sieben Jahre am 6. Januar beginnen und bis zum Faschingsdienstag aufgeführt werden.

Bürgermeister

Auf den Auftritt bei uns in Feldkirchen freue auch ich mich sehr, zumal es sich dabei um eine besondere Tradition handelt, die es zu wahren gilt. Es ist schließlich undenkbar, würde dieser Brauch, der bereits vor so langer Zeit entstanden ist, irgendwann nicht mehr fortgeführt.

Es ist nicht bekannt, wer wirklich den Schäfflertanz erfunden hat; er soll jedoch von dem Haus des so genannten „Himmelsschäfflers“, welches mit der Haus Nr. 20 am Färbergraben in München stand und im Jahr 1631 neu erbaut wurde, seinen Ursprung gehabt haben.

Der Tanz der Schäffler soll auf einen Zeitpunkt, in dem die Pest wütete, zurückzuführen sein (allerdings gibt es in den städtischen Kammerrechnungen und Ratsprotokollen keinen Hinweis auf eine Pandemie in diesem Jahr). Glaubt man aber der Legende, entstand der Schäfflertanz im Jahr 1517, kurz nachdem der „Schwarze Tod“ vielen Menschen das Leben gekostete hatte.

Damals trauten sich die Menschen kaum mehr auf die Straße - selbst als die Seuche bereits überstanden war; zu groß war die Angst vor einer Ansteckung. Damit kam es nicht nur zum Erliegen des öffentlichen Lebens, auch Lebensmittel wurden schnell knapp.

Den Gerüchten zufolge soll dann die Zunft der Fassmacher, seit jeher auch „Schäffler“ (abgeleitet vom Begriff „Schaff“ – einem nach oben hin offenen Gefäß) genannt, dem ein Ende gesetzt haben, indem sie mit ihren bunten Tänzen den Menschen Mut machen wollten, ihre Häuser wieder zu verlassen und das öffentliche Leben wieder aufzunehmen.

Übrigens soll darüber hinaus der „Metzgersprung“ ebenfalls zu dieser Zeit entstanden sein, denn nach Beendigung des Schäfflertanzes sollen die Lehrlinge der Metzger in den Fischbrunnen gesprungen sein – zum Zeichen, dass Luft und Wasser rein sind.

Noch heute treten die Schäfflertänzer mit roten Jacken, grünen Mützen, einem Lederschurz, schwarzen Kniebundhosen und weißen Strümpfen auf. Doch wenn zu früheren Zeiten nur „echte“ Fassmacher mitmachen durften, die es aber mittlerweile kaum mehr gibt, wirken heutzutage auch andere Handwerksleute beim Schäfflertanz mit. Dabei wird der Tanz am Anfang und am Ende stets mit dem bayrischen Defiliermarsch eingeläutet. Der Mittelteil besteht aus einer Abfolge von verschiedenen Figuren, zu denen sich die Tänzer im Kreis drehen und Formationen wie Laube, Kreuz, Schlange und Krone präsentieren.

So viel zur Geschichte und Legende rund um die Entstehung des Schäfflertanzes. Eine Tradition, die nicht nur einen bewegenden Hintergrund hat; darüber hinaus ist der Auftritt der Schäffler auch jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Ich lade Sie deshalb herzlich ein, die Ismaninger Schäffler und die Feldkichner Blaskapelle zu erleben, wenn sie am 21. Februar 2019 am Rathausplatz auftreten.

 

Ihr

Werner van der Weck

Erster Bürgermeister